Problem bei Airbus Nur geringe Beeinträchtigungen durch A320-Update
Stand: 29.11.2025 17:33 Uhr
Infolge einer Panne bei einem A320-Jet mussten weltweit Tausende Maschinen der Serie überprüft und mit einem Software-Update versehen werden. Trotz einiger Einschränkungen blieb der Flugverkehr dabei weitgehend stabil.
Die Einschränkungen im Flugverkehr wegen eines Softwareproblems bei Tausenden Maschinen der Airbus A320-Serie sind überschaubar geblieben. Fluggesellschaften mussten nach einem Hinweis des europäischen Flugzeugbauers kurzfristig ein Update aufspielen, betroffen waren mehr als 6.000 Maschinen.
Zahlreiche Airlines nahmen bereits am Freitagabend die Überholung der Maschinen vor, viele Flugreisende, die auf eine A320-Maschine gebucht waren, bekamen von der kurzfristigen Aktion also kaum etwas mit.
So begann Lufthansa bereits am Freitagabend mit der Umsetzung der von Airbus vorgeschriebenen Maßnahmen. Ein Großteil der Software-Updates konnte bereits in der Nacht sowie am Samstagvormittag durchgeführt werden, teilte ein Sprecher mit. „Es kommt voraussichtlich zu keinen Flugstreichungen bei den Airlines der Lufthansa Group aufgrund der Situation, dennoch können vereinzelte Verspätungen am Wochenende nicht ausgeschlossen werden.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder lobte die sofortige Umsetzung der Maßnahmen: „Das schnelle Handeln aller Beteiligten zeigt, dass die Sicherheitssysteme in der Luftfahrt funktionieren. Airbus als Hersteller und die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) haben nach der Ermittlung eines möglichen Fehlers sehr schnell reagiert“, sagte der CDU-Politiker der Bild. „Das ist auch zwingend, denn die Sicherheit der Crews und der Passagiere hat stets oberste Priorität.“
Schnelle Updates bei den meisten Airlines
Auch die britische Fluggesellschaft Easyjet teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, „den überwiegenden Teil“ der Updates bereits durchgeführt zu haben, der Flugbetrieb laufe planmäßig. Der Nachrichtenagentur PA zufolge waren bei British Airways nur drei Flugzeuge betroffen, Einschränkungen soll es daher keine geben.
Air France hatte am Freitagabend 35 Flüge gestrichen, rechnete nach einzelnen Ausfällen am Samstag aber mit einer schnellen Rückkehr zu einem gewöhnlichen Betrieb. In Südkorea waren über 40 Flugzeuge der Airbus A320-Serie von dem Rückruf betroffen. Laut Angaben des Verkehrsministeriums war jedoch nicht mit größeren Flugverspätungen oder -ausfällen zu rechnen.
Größere Einschränkungen gab es hingegen etwa bei der größten japanischen Fluggesellschaft ANA, die 65 Flüge wegen des Problems streichen musste. American Airlines, bei der 209 Flugzeuge betroffen waren, hatte einen Großteil der Updates bereits am Freitag durchgeführt.
Auch Papst-Maschine betroffen
Von dem Softwareproblem betroffen war auch die Maschine von Papst Leo XIV, der sich auf einer Auslandsreise in Istanbul befindet. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni teilte mit, eine nötige Komponente für das Update der Maschine sei zusammen mit einem Techniker, der sie installieren soll, auf dem Weg in die türkische Metropole. Der vom Vatikan gecharterte Airbus der ITA war am Donnerstag problemlos von Rom nach Ankara und von dort nach Istanbul geflogen. Der Weiterflug nach Beirut ist erst für Sonntagmittag geplant.
Auslöser für den großangelegten Software-Update-Aufruf war ein Zwischenfall mit einer Maschine der amerikanischen Fluglinie JetBlue Airways, die mitten im Flug plötzlich rapide an Höhe verloren hatte. Das Flugzeug musste eine Sicherheitslandung durchführen, mehrere Passagiere erlitten Verletzungen. Infolge der Untersuchung des Vorfalls gab Airbus die Warnung heraus, dass ein Software-Update verpflichtend vor dem nächsten Flug installiert werden muss. Es habe sich nach Airbus-Angaben gezeigt, dass kosmische Strahlung, die durch Sonnenstürme ausgelöst wird, Daten beschädigen könne, die für die Steuerung wichtig seien.








