Treffen von USA und Ukraine Hoffnung auf Frieden bei Gesprächen in Florida
Stand: 30.11.2025 21:12 Uhr
Ob der Friedensplan auch zu einem Ende des Krieges führt, ist noch offen. Aber bei ihrem Treffen zeigten sich die Vertreter der USA und der Ukraine zuversichtlich. Nach den Gesprächen in Florida steht ein Treffen mit Putin in Russland an.
Vertreter der USA und der Ukraine haben sich in Florida zu weiteren Gesprächen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs getroffen. Zu Beginn des Treffens sagte Rubio, das Endziel sei nicht nur das Ende des Krieges. „Es geht auch darum, ein Ende des Krieges zu erreichen, das der Ukraine Souveränität und Unabhängigkeit sowie die Chance auf echten Wohlstand sichert.“
Es sei ein guter Start in einer warmen Atmosphäre, schrieb der erste stellvertretende Außenminister der Ukraine, Serhij Kyslyzja, im Kurznachrichtendienst X. Die Gespräche seien bislang konstruktiv. Kyslyzja lobt zudem die „großartige Führung“ Rubios.
Rustem Umjerow, Leiter des Sicherheitsrates der Ukraine, dankte den USA für ihre diplomatischen Bemühungen. „Die USA hören uns zu“, sagte der frühere Verteidigungsminister. „Die USA unterstützen uns. Die USA arbeiten an unserer Seite.“
Rubio zieht positive Zwischenbilanz
Nach dem Treffen zog Rubio eine positive Zwischenbilanz. Diese seien „sehr produktiv“ gewesen. Es bleibe jedoch noch Arbeit, um den Krieg Russlands in der Ukraine zu beenden, sagt er vor Journalisten. Es gebe viele Unwägbarkeiten. Zudem müsse Russland einbezogen werden.
Die Gespräche würden im Laufe der Woche fortgesetzt, wenn der US-Unterhändler Steve Witkoff nach Moskau reise. Man sei bereits mit der russischen Seite in Kontakt und habe ein „ziemlich gutes Verständnis“ von deren Ansichten.
Kreise: Verhandlungen „nicht einfach“
Aus dem Umfeld des Kiewer Verhandlungsteams hieß es, dass es einige komplizierte Punkte gebe, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. „Der Prozess ist nicht einfach, da die Suche nach Formulierungen und Lösungen weitergeht“. Alle Teilnehmer seien aber „an einem praktischen Ergebnis interessiert“, damit es „einen Gegenstand für weitere Verhandlungen zwischen den USA und Russland gibt“.
Ein weiterer mit dem Verhandlungsverlauf vertrauter Vertreter sagte, die US-Unterhändler wollten „unbedingt, dass die letzten Punkte vereinbart werden, damit sie nach Moskau reisen können“. Kompliziert seien einzelne Formulierungen, „insbesondere in Bezug auf Gebiete“. Die US-Unterhändler sähen sich „ausschließlich als Vermittler und nicht als Partei, die die Ukraine unterstützt“, hieß es weiter. Die US-Vertreter übten einen gewissen Druck auf, alle versuchten aber „konstruktiv zu sein und eine Lösung zu finden“.
Treffen in exklusivem Golfclub
Der US-Delegation gehörten neben Rubio der Sondergesandte Steve Witkoff und Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an. Sie trafen sich mit den ukrainischen Gesandten im Shell Bay Club in Hallandale Beach, einem vom Immobilienunternehmer Witkoff gebauten, exklusiven Golfclub.
Der bisherige ukrainische Chefunterhändler Andrij Jermak war infolge seines durch eine Korruptionsaffäre ausgelösten Rücktritts als Präsidialamtschef nicht mit in die USA gereist.
Ziel des Treffens ist es, weitere Details eines von den USA vorgeschlagenen Plans für ein Ende des Krieges in der Ukraine auszuloten, bevor Witkoff und möglicherweise auch Kushner zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Moskau reisen.
Wadephul „vorsichtig optimistisch“
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul sprach von einer entscheidenden Woche. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass jetzt wirklich die Chance besteht, dass es einen Waffenstillstand gibt und dass es Verhandlungen auf Augenhöhe geben kann“, sagte er im Bericht aus Berlin. Die wesentliche Herausforderung bestehe nun darin, Russland an den Verhandlungstisch zu bekommen, erklärte Wadephul weiter.
„Die Situation ist gänzlich so, dass ständig die Ukraine sagt, sie ist bereit, einen Waffenstillstand zu akzeptieren, dass sie bereit ist zu Verhandlungen, dass mit der Ukraine über Einzelheiten gesprochen wird.“ Das sei alles gut und richtig. „Nur wer fehlt, ist Wladimir Putin. Der schießt und der bombardiert weiter.“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Samstag in einer Videobotschaft, „es ist durchaus realistisch, in den nächsten Tagen die Schritte zu finalisieren, um zu bestimmen, wie der Krieg würdig beendet werden kann“. Es müssten rasch und substanziell die notwendigen Schritte ausgearbeitet werden.
Selenskyj hatte einen 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump, der von Kritikern als russische Wunschliste betitelt worden war, bei Verhandlungen in Genf mit europäischen und amerikanischen Vertretern überarbeiten lassen. In den USA geht es um noch strittige Punkte.
Weitere Angriffe auf Region Kiew
Unterdessen hat Russland am Wochenende die Region um die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut massiv angegriffen. Nach Angaben des örtlichen Regionalgouverneurs wurde in der Nacht ein Mensch getötet. Es habe zahlreiche Verletzte gegeben.
Bereits in der Nacht zum Samstag waren bei russischen Angriffen auf Kiew und umliegende Gebiete sechs Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden, teilten ukrainische Behörden mit.









