Stand: 02.01.2026 10:56 Uhr
In Crans-Montana gehen die Ermittler von einem sogenannten Flashover-Brand aus. Experte Zehfuß erklärt bei tagesschau24, wie rasant sich so ein Feuer ausbreitet – und welche verheerenden Folgen das hat.
Die genaue Ursache des verheerenden Feuers in Crans-Montana steht noch nicht fest – die Kantonsregierung sprach allerdings in einer Mitteilung von einem sogenannten Flashover. Brandexperte Professor Jochen Zehfuß von der TU Braunschweig weiß, wie gefährlich dies sein kann. „Dann ist der ganze Raum innerhalb weniger Sekunden im Vollbrand“, sagte er im Interview mit tagesschau24.
Der Flashover sei zuvor offenbar durch einen lokalen Brand ausgelöst worden. Wenn sich dieser Brand schnell ausbreite, sammelten sich große Mengen heißer Gase im Deckenbereich. Diese Gase „haben auch die Eigenschaft, dass sie sozusagen nach unten auf den Raum Wärmestrahlung ausüben“. Die brennbaren Stoffe im Raum würden so binnen Sekunden Feuer fangen – und es entwickelten sich Temperaturen von 800 bis 1000 Grad, so Zehfuß.
„Auch die Feuerwehr hat Schwierigkeiten“
Den Menschen im Raum bleibe in diesem Fall nur noch die schnellstmögliche Flucht – doch Rauch könne die Sicht sehr schnell einschränken. Ein Löschen des Brandes sei für die Menschen vor Ort in diesem Fall nicht mehr möglich, sagt der Experte. „Bei so einem Flashover hat auch die Feuerwehr Schwierigkeiten, so einen Brand zu löschen.“ Es würden große Mengen Wasser benötigt, um den Raum ausreichend zu kühlen – und das Löschen dauere.
Ein solches Feuer könne auch die Identifizierung von Opfern erschweren, so Zehfuß. „Das dauert sicherlich sehr lange, bis man solche wirklich sehr unkenntlich verbrannten Personen identifizieren kann.“ Kleidung und Ausweisdokumente seien mutmaßlich ebenfalls verbrannt, sodass Ermittler auf Analysen von DNA und Gebissen angewiesen seien.
Das Brandphänomen „Flashover“
Die Brandschutz-Expertin Sandra Barz beschreibt das Phänomen Flashover im ARD-Brennpunkt so: Ein kleines Brandereignis gibt die Wärme an die Umgebung ab. Die Hitze sammelt sich unter der Decke des Raumes und kann in einem Kellerraum nicht abfließen. Der Wärmestau wird immer heißer und alle brennbaren Materialien in diesem Raum werden chemisch zersetzt und bilden Pyrolysegase. Beim richtigen Mischungsverhältnis und einer immer höher werdenden Temperatur entsteht eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die alles gleichzeitig in Brand setzt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird. Es entsteht ein Selbstentzündungsmechanismus, der extrem und sehr schnell wirkt.
Stand: 02.01.2026 10:56 Uhr
In Crans-Montana gehen die Ermittler von einem sogenannten Flashover-Brand aus. Experte Zehfuß erklärt bei tagesschau24, wie rasant sich so ein Feuer ausbreitet – und welche verheerenden Folgen das hat.
Die genaue Ursache des verheerenden Feuers in Crans-Montana steht noch nicht fest – die Kantonsregierung sprach allerdings in einer Mitteilung von einem sogenannten Flashover. Brandexperte Professor Jochen Zehfuß von der TU Braunschweig weiß, wie gefährlich dies sein kann. „Dann ist der ganze Raum innerhalb weniger Sekunden im Vollbrand“, sagte er im Interview mit tagesschau24.
Der Flashover sei zuvor offenbar durch einen lokalen Brand ausgelöst worden. Wenn sich dieser Brand schnell ausbreite, sammelten sich große Mengen heißer Gase im Deckenbereich. Diese Gase „haben auch die Eigenschaft, dass sie sozusagen nach unten auf den Raum Wärmestrahlung ausüben“. Die brennbaren Stoffe im Raum würden so binnen Sekunden Feuer fangen – und es entwickelten sich Temperaturen von 800 bis 1000 Grad, so Zehfuß.
„Auch die Feuerwehr hat Schwierigkeiten“
Den Menschen im Raum bleibe in diesem Fall nur noch die schnellstmögliche Flucht – doch Rauch könne die Sicht sehr schnell einschränken. Ein Löschen des Brandes sei für die Menschen vor Ort in diesem Fall nicht mehr möglich, sagt der Experte. „Bei so einem Flashover hat auch die Feuerwehr Schwierigkeiten, so einen Brand zu löschen.“ Es würden große Mengen Wasser benötigt, um den Raum ausreichend zu kühlen – und das Löschen dauere.
Ein solches Feuer könne auch die Identifizierung von Opfern erschweren, so Zehfuß. „Das dauert sicherlich sehr lange, bis man solche wirklich sehr unkenntlich verbrannten Personen identifizieren kann.“ Kleidung und Ausweisdokumente seien mutmaßlich ebenfalls verbrannt, sodass Ermittler auf Analysen von DNA und Gebissen angewiesen seien.
Das Brandphänomen „Flashover“
Die Brandschutz-Expertin Sandra Barz beschreibt das Phänomen Flashover im ARD-Brennpunkt so: Ein kleines Brandereignis gibt die Wärme an die Umgebung ab. Die Hitze sammelt sich unter der Decke des Raumes und kann in einem Kellerraum nicht abfließen. Der Wärmestau wird immer heißer und alle brennbaren Materialien in diesem Raum werden chemisch zersetzt und bilden Pyrolysegase. Beim richtigen Mischungsverhältnis und einer immer höher werdenden Temperatur entsteht eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die alles gleichzeitig in Brand setzt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird. Es entsteht ein Selbstentzündungsmechanismus, der extrem und sehr schnell wirkt.









