marktbericht
Stand: 02.01.2026 13:49 Uhr
Nach der Rally 2025 sind die Preise für Gold und Silber zum Start des neuen Börsenjahres weiter gestiegen. Gründe dafür gibt es viele – wie die Kursschwäche des Dollars oder geopolitische Risiken. Auch der DAX legt heute zu.
Gold und Silber setzen ihren Höhenflug auch im neuen Jahr fort. Die Preise für die Edelmetalle legen heute weiter zu. Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) stieg am Morgen an der Börse in London um etwa 55 Dollar oder mehr als ein Prozent auf 4.374 Dollar. 2025 hatte sich Gold um knapp 65 Prozent verteuert und damit das höchste Jahresplus seit 1979 erzielt.
Kurz vor Weihnachten hatte der Goldpreis mit knapp 4.550 Dollar seinen bisher höchsten Stand erreicht, bevor es in den letzten Handelstagen des vergangenen Jahres zu Gewinnmitnahmen kam. Der Silber-Preis legte heute um mehr als drei Prozent auf 74,02 Dollar je Unze zu, nachdem er 2025 um 148 Prozent nach oben geklettert war.
Gold gilt als krisensicher
Unter anderem machte eine Kursschwäche des amerikanischen Dollar die Edelmetalle, die in der Regel in Dollar gehandelt werden, günstiger, was die Kaufbereitschaft verstärkte. Beim Gold ist zudem die hohe Nachfrage von Notenbanken ein entscheidender Faktor. Vor allem Staaten, die sich unabhängiger vom Dollar machen möchten, schichten ihre Reserven in Gold um. Das Einfrieren der russischen Devisenreserven hatte Experten zufolge eine Signalwirkung für andere Länder.
Dazu kamen geopolitische Risiken durch den Ukraine-Krieg und den Konflikt im Nahen Osten, die die Preise für die sogenannte Krisenwährung antrieben. Auch die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sowie die Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA trugen dazu bei. Niedrigere Dollar-Zinsen schieben die Nachfrage nach Edelmetallen an, die selbst keine Zinsen abwerfen, und stützen so die Preise.
Gold gilt bei vielen Anlegerinnen und Anleger als krisensicher, wegen seiner langen Tradition als Zahlungsmittel. Zudem besitzt es einen physischen Wert und ist in der Schmuck- und der Elektro-Branche gefragt.
Silber wird in der Industrie gebraucht
Silber ist dagegen ein gefragtes Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund im Elektromobilität, Künstliche Intelligenz (KI) und Rüstung benötigt wird. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte Silber erstmals in der Geschichte mehr als 80 Dollar je Feinunze gekostet, nachdem der Chef des E-Autobauers Tesla und des Raumfahrunternehmens SpaceX, Elon Musk, die Stimmung angeheizt hatte.
„Das ist nicht gut. Silber wird in vielen industriellen Prozessen benötigt“, antwortete er auf einen Tweet zu chinesischen Exportbeschränkungen. Nach dem Sprung über die 80-Dollar-Marke hatten Anlegerinnen und Anleger dann aber erst einmal Gewinne realisiert – schließlich hatte Silber Anfang 2025 noch etwa 30 Dollar gekostet.
Angesichts des wohl auch an diesem Freitag dünnen Handels – wichtige Märkte für den Handel mit Edelmetallen wie Japan und China bleiben kurz vor dem Wochenende geschlossen – sollten Investoren allerdings vorsichtig sein. An solchen Tagen sind größere Preisbewegungen auch ohne fundamentale Neuigkeiten möglich.
Auch für die Börsen ein guter Start
Auch der deutsche Aktienmarkt ist am ersten Börsentag des neuen Jahres positiv gestartet. Nach dem starken Jahr 2025 mit einem DAX-Gewinn von 23 Prozent klettert der deutsche Leitindex am Mittag bei einem geringen Handelsumsatz um 0,2 Prozent auf 24.535 Punkte.
Viele Investoren sind jedoch am Brückentag noch in der Pause. Das Geschehen am Markt dürfte daher erst ab der kommenden Woche deutlicher an Fahrt aufnehmen.








