Gipfeltreffen in Angola EU und Afrika wollen enger zusammenarbeiten
Stand: 25.11.2025 18:17 Uhr
Viele Themen standen auf der Tagesordnung des EU-Afrika-Gipfels in Angola. Das Ergebnis: Europa will ein verlässlicher Partner sein -wirtschaftlich und politisch. Und man wolle Frieden auf beiden Kontinenten.
So viel ist von Chancen, Potenzialen, Hoffnungen und Gemeinsamkeiten schon lange keine Rede mehr gewesen wie bei diesem Gipfel in Angolas Hauptstadt Luanda. Auf zehn engbedruckten Seiten haben die Staats- und Regierungschefs aus 82 Ländern ihre Partnerschaft bekräftigt und neue Prioritäten gesetzt.
Mehr Geld für Klimaschutz und Investitionen, eine bessere Steuerung der Migration, Schuldenerleichterungen für die ärmsten Staaten der Welt und eine Reform des internationalen Finanzsystems, damit auch afrikanische Länder leichter an günstige Kredite kommen können. Das fordern die afrikanische und die europäische Union in ihrer Abschlusserklärung – natürlich gemeinsam.
Von einer engen Zusammenarbeit können schließlich beide Seiten nur profitieren, sagte Angolas Staatspräsident und Gastgeber João Lourenço. In Afrika gebe es die Rohstoffe, in Europa die Technologie und das Knowhow. Das miteinander zu teilen, sei von gegenseitigem Nutzen, so Lourenço:
Gemeinsam haben wir alles, um unsere Kontinente zu fördern. Europa kann nur gewinnen, wenn es Partner eines entwickelten Afrikas ist, das keine illegalen Migranten über das Mittelmeer in europäische Länder schickt und nicht ständig um Spenden und Schuldenerlass bitten muss.
João Lourenço, Staatspräsident Angola
Europa will verlässlicher als China sein
Europa will sich in Afrika als verlässlicher Partner zeigen, der anders als etwa Investoren aus China nicht mit eigenen Arbeitskräften kommt, Rohstoffe abbaut, Gewinne einstreicht und Schuldenberge hinterlässt. Ursula von der Leyen, die Chefin der EU-Kommission, nennt als Beispiel den Lobito-Korridor, der als Handelsweg den Kongo über Sambia mit einem großen Atlantikhafen in Angola verbindet und mit europäischen Investitionen aus dem milliardenschweren Global-Gateway-Programm ausgebaut wird.
Es sei ein „ehrgeiziges Projekt, um kritische Mineralien aus Sambia und dem Kongo auf die globalen Märkte zu bringen“, sagte von der Leyen. Aber es sei viel mehr als das. „Wir arbeiten auch mit Landwirten. Europäische Unternehmen bieten Schulungen an und helfen lokalen Firmen, ihre Exportkapazitäten nach EU-Standards auszubauen.“
Und diese Woche könne man feiern, dass die „allererste Lieferung angolanischer Avocados von Lobito nach Europa geht. So könne globaler Handel ein Motor für lokales Wachstum werden“.
Ukraine war ebenfalls Thema beim Gipfel
Am Rande des Gipfels hat auch der US-Friedensplan für die Ukraine eine Rolle gespielt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bekräftigte die Haltung der EU, dass die Vorschläge aus Washington dringend nachgebessert werden müssen. Man wolle Frieden, aber keinen Frieden, der „faktisch einer Kapitulation“ gleichkomme.
Macron sprach von einem Frieden, der „die Ukraine in eine ausweglose Lage bringt, Russland freie Hand lässt weiter vorzurücken, auch in Richtung anderer europäischer Staaten, und damit die Sicherheit von uns allen gefährdet“.
Konflikte im Kongo, Sudan und Somalia verurteilt
António Costa, der Präsident des Europäischen Rates, nennt die Gespräche zwischen Vertretern aus Europa, der Ukraine und den USA in Genf einen Schritt nach vorn. Das findet auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Es bleibe noch einiges zu tun, aber nun gebe es „eine solide Grundlage“. „Dabei müssen wir geschlossen bleiben und die Interessen der Ukraine weiter ins Zentrum stellen.“
In ihrer Abschlusserklärung bekräftigen Afrika und Europa ihre Unterstützung für einen gerechten und dauerhaften Frieden. EU-Ratspräsident Costa sagte, das Prinzip von Souveränität und territorialer Integrität müsse beachtet, auf die Anwendung von Gewalt verzichtet werden. Das gelte auch für alle anderen Konflikte weltweit, etwa im Sudan, im Kongo oder in Somalia.








