Ticket wird zehn Euro teurer Louvre erhöht Eintrittspreise für Nicht-Europäer
Stand: 27.11.2025 23:59 Uhr
Nicht-europäische Touristen müssen ab 2026 tiefer in die Tasche greifen, wenn sie den Louvre in Paris besuchen wollen. Das Museum will mit den Einnahmen seine Sicherheitsvorkehrungen verbessern.
Der Pariser Louvre erhöht im kommenden Jahr seine Eintrittspreise für Nicht-Europäer um 45 Prozent. Ab dem 14. Januar 2026 müssen Bürger von Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums – der die EU, Island, Liechtenstein und Norwegen umfasst – 32 Euro für ein Ticket zahlen, wie das Museum mitteilte.
Damit wird ein Ticket für diese Besucher zehn Euro teurer als bisher. Durch die Erhöhung der Ticketpreise erhofft sich das Museum eigenen Angaben zufolge zusätzliche Einnahmen in Höhe von 15 bis 20 Millionen Euro pro Jahr.
Einnahmen sollen Sicherheitssysteme finanzieren
Mit dem Verdienst aus der Preiserhöhung sollen „strukturelle Probleme“ des Museums angegangen werden. Der Kronjuwelen-Diebstahl im Oktober im Louvre habe eine „unzureichende Ausstattung der Sicherheitssysteme“ aufgezeigt, hieß es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Rechnungshofs.
Bei dem Einbruch am 19. Oktober hatten vier Diebe Kronjuwelen im Materialwert von etwa 88 Millionen Euro und unschätzbarem historischen Wert gestohlen. Die Täter waren am helllichten Tag mit Hilfe eines Lastenaufzugs durch ein Fenster in das weltberühmte Museum eingedrungen. Sie entkamen mit ihrer Beute auf demselben Weg und flüchteten mit Motorrollern.
Nach dem Diebstahl war die Museumsleitung wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen in die Kritik geraten. Museumsdirektorin Laurence des Cars kündigte inzwischen die Einrichtung einer mobilen Polizeiwache im Louvre an. Zudem sollen bis Ende des Jahres 100 neue Überwachungskameras im Museum angebracht werden.
Gewerkschaften kritisieren Diskriminierung
Im Namen des „gleichberechtigten Zugangs“ zum Louvre kritisierten die Gewerkschaften einstimmig die Erhöhung der Eintrittspreise für Nicht-Europäer, wie die französische Regionalzeitung Midi Libre berichtet. „Die Zielgruppe wird dies als Diskriminierung empfinden“, sagte Valérie Baud, Delegierte der Gewerkschaft CFDT.
Die Gewerkschaften sind der Zeitung zufolge auch besorgt über die zusätzliche Belastung, die diese neue Preisstruktur für die Mitarbeiter mit sich bringen wird, die für die Kontrolle der Nationalität der Besucher zuständig sein werden.
Besonders US-Amerikaner betroffen
Wie die Zeitung Le Monde berichtet, erhöhen auch vier weitere französische Sehenswürdigkeiten ihre Preise für Besucher, die nicht aus Europa kommen. Darunter sind demnach das Schloss Versailles, die Kapelle Sainte-Chapelle, die Pariser Oper und das Schloss Chambord.
Besonders betroffen von der Preiserhöhung dürften US-Bürger sein: Sie machen die größte Gruppe der ausländischen Besucher des Louvre aus. Auch chinesische Bürger, auf Platz drei der ausländischen Besucher, müssen zukünftig mehr Eintritt zahlen.
Einer offiziellen Bilanz des Louvre zufolge besuchten im vergangenen Jahr etwa 8,7 Millionen Menschen das Museum, darunter 69 Prozent Ausländer.








