Kanzler beim Arbeitgebertag Am Ende seiner Rede bringt sich Merz in Rage
Stand: 26.11.2025 00:51 Uhr
Das Verhältnis zwischen Merz und den Arbeitgebern hat sich eingetrübt: Diese sind von seinem Rentenpaket wenig begeistert, auch seine Rolle als „Außenkanzler“ passt ihnen nicht. Doch Merz nutzte seine Chance beim Arbeitgebertag.
Rainer Dulger, Arbeitgeber-Präsident, verlangt Reformen. „Wir brauchen Sie als Wachstumskanzler“, sagt Dulger auf dem Arbeitgebertag an Bundeskanzler Friedrich Merz gerichtet. Zuvor hatte er schon Verständnis für die Junge Union geäußert und die Rentenpläne der Regierung für falsch erklärt. Diese seien „ungerecht“, meint er, und viel zu teuer.
Außerdem solle Merz sich nicht nur um Außenpolitik kümmern, sondern auch um Reformen im eigenen Land. Merz hört sich das an beim Arbeitgebertag und reagiert. Die Sache mit dem „Außenkanzler‘ bewegt ihn. „Das ist kein ‚Außenkanzler“, der irgendwo rumturnt und gerne Reisen macht“, ruft er in den Saal. Er verteidige das Land gegen alles, was gegen die politische Ordnung vorgetragen werde.
Merz steht zum Rentenpaket
Merz sagt es gegen Ende seiner Rede. Da hat er sich richtig in Rage gebracht. Seine Botschaft ist klar: Dieser Rentenstreit ist für ihn nichts im Vergleich zu dem, um was es eigentlich geht: Krieg in Europa, die USA, die nicht mehr verlässlich seien, China, das immer aggressiver werde, die Bedrohung von außen und überhaupt eine Welt voller Herausforderungen. Da gehe es um mehr als 48 Prozent Haltelinie, also das Rentenniveau, um das gerade in der Koalition gestritten wird.
Beste Grüße gehen damit raus an die Junge Union und all die anderen, die den Rentenplänen nicht zustimmen wollen. Merz selber macht klar: Er steht dazu. Was den Konflikt jetzt nicht befriedet, vielleicht eher im Gegenteil. Es sei denn, Merz kann die Kritiker aus den eigenen Reihen doch noch mit seinen Worten überzeugen. Die hier bei den Arbeitgebern ganz andere sind als noch beim Deutschlandtag der Jungen Union.
Der verhaltene Applaus wird lauter
„Ich möchte eines Tages nicht aus dem Amt ausscheiden mit dem Vorwurf, ich hätte die falschen Prioritäten gesetzt“, erklärt Merz hörbar aufgebracht. Schon vor einigen Wochen hatte er mal gesagt, er frage sich jeden Morgen, ob er eigentlich die richtigen Prioritäten setze. Das sind in diesen Tagen offenbar andere als die der Jungen Union. „Außenkanzler“ eben.
Die Arbeitgeber hören zu und der zunächst verhaltene Applaus wird lauter, je mehr Verve und Überzeugung Merz in seine Worte legt. Er mahnt: „Wenn wir aus dem Blick verlieren, was auf dem Spiel steht, dann werden uns unsere Kinder und Enkel bittere Vorwürfe machen, und sie werden sich nicht an 48 Prozent Haltelinie erinnern. Sie werden uns die Frage stellen, ob wir die richtigen Antworten gegeben haben.“
Der Ausgang ist offen
Merz hat seine Antwort gefunden. Sein Fokus liegt nicht auf der Rente, es geht ihm um das große Ganze, um den Erhalt der Demokratie, um die Stabilität des Landes, wirtschaftlich wie politisch. Dafür will er sich einsetzen und das Land verteidigen.
Die Arbeitgeber wünschen alles Gute dazu und Dulger reicht Merz die Hand. Ob es auch mit der Jungen Union wieder ein Match werden wird? Der Ausgang ist offen.








