Internationale Verhandlungen RSF-Miliz ruft einseitige Waffenruhe im Sudan aus
Stand: 25.11.2025 02:35 Uhr
Seit Monaten gibt es internationale Bemühungen, ein Friedensabkommen für den Sudan zu erzielen. Jetzt verkündete die RSF-Miliz eine dreimonatige Feuerpause. Die Reaktion der Armee steht noch aus.
Die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) haben eine dreimonatige humanitäre Waffenruhe im Sudan ausgerufen. Dies geschehe aufgrund der internationalen Bemühungen, insbesondere denen von US-Präsident Donald Trump, erklärte RSF-Anführer Mohammed Hamdan Dagalo in einer Rede.
Die Feuerpause ist damit offenbar einseitig: Der sudanesische Armeechef Abdel Fattah al-Burhan hatte erst am Sonntag einen ähnlichen Vorschlag abgelehnt, der von den USA, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Ägypten ausgearbeitet worden war. Burhan kritisierte bei seiner Ablehnung des Plans die Einbeziehung der VAE als Vermittler. Den Emiraten wird vorgeworfen, die RSF mit Waffen zu versorgen, was diese jedoch verneinen. Eine Stellungnahme des Militärs zur nun ausgerufenen Waffenruhe liegt bislang nicht vor.
Trump bei Friedensplan involviert
Trump hatte vergangene Woche auf Bitten des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman angekündigt, auf ein Ende des Bürgerkrieges hinzuwirken. Die USA, Saudi-Arabien, Ägypten und die VAE hatten einen Plan für eine dreimonatige Waffenruhe mit anschließenden Friedensgesprächen ins Spiel gebracht. Die RSF hatten dem zwar zugestimmt, kurz darauf jedoch Drohnenangriffe auf Stellungen der Armee gestartet.
Im Sudan, dem drittgrößten Land Afrikas, liefern sich seit April 2023 die Armee von Militärherrscher al-Burhan und die RSF einen Machtkampf. Zehntausende Menschen sind gestorben, mehr als 21 Millionen Menschen sind laut UN-Angaben von akutem Hunger betroffen. Nach 18-monatiger Belagerung übernahm die RSF Ende Oktober die Kontrolle über die Stadt Al-Faschir – die letzte große Stadt in der Region Darfur, die noch nicht von der Miliz kontrolliert wurde. Berichten zufolge kam es in der Stadt zu zahlreichen Gräueltaten, etwa Massenhinrichtungen von Zivilisten.
Amnesty dokumentiert Gräuel in Al-Faschir
Amnesty International hat dafür nach eigenen Angaben weitere Berichte zusammengetragen. Überlebende hätten berichtet, dass Kämpfer der RSF-Miliz bei der Einnahme Al-Faschirs unbewaffnete Männer hingerichtet und Dutzende Frauen und Mädchen vergewaltigt hätten, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Ganze Gruppen von Männern seien laut Zeugenaussagen erschossen, geschlagen oder als Geiseln gefangen genommen worden, hieß es.
Die Welt dürfe angesichts des brutalen Angriffs des RSF nicht wegschauen, forderte Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard. Es handele sich um Kriegsverbrechen und möglicherweise auch „andere Verbrechen unter internationalem Recht“.








