Steinmeier in Guernica „Ich verneige mich vor den Opfern“
Stand: 28.11.2025 17:14 Uhr
1937 zerstörten die Nazis das militärisch unbedeutende Guernica im Norden Spaniens fast vollständig. Fast 90 Jahre später besucht mit Steinmeier erstmals ein deutsches Staatsoberhaupt die Stadt.
Als erstes deutsches Staatsoberhaupt hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die von den Nazis bombardierte Stadt Guernica im Baskenland besucht. Dabei bekannte er sich zu Deutschlands Schuld.
„Deutschland weiß um seine historische Verantwortung. Wir bekennen uns dazu. Und wir fühlen die Verpflichtung, heute für Frieden, Demokratie und gegen Gewalt einzutreten“, sagte Steinmeiner. „Die Bombardierung Guernicas durch die Kampfflugzeuge der ‚Legion Condor‘ 1937 war ein brutales Verbrechen.“ Das einzige Ziel sei die Zivilbevölkerung gewesen. „Frauen, Männer, Kinder sind ermordet worden.“
Spaniens König würdigt Geste
Der von Spaniens König Felipe VI. begleitete Bundespräsident legte einen Kranz für die Opfer nieder, während eine Glocke aus einer damals ebenfalls bombardierten Kirche sechsmal schlug. Felipe VI. hatte Steinmeier schon am ersten Abend des Besuches in seiner Tischrede beim Staatsbankett für die Fahrt nach Guernica gedankt. Er sprach von einer „Geste von großer symbolischer Tragweite und der Versöhnung“.
Steinmeier sagte später: „Ich verneige mich vor den Opfern und unser Mitgefühl gilt den Überlebenden, ihren Familien und allen, bei denen die Wunden jener Zeit noch offen und nicht verheilt sind.“ Beide Staatsoberhäupter unterhielten sich ausführlich mit Crucita Etxabe und María Carmen Aguirre, die während des Luftangriffs sechsjährige Kinder waren.
Bis zu 1.500 Zivilisten bei Bombenangriff getötet
Am 26. April 1937 hatten Flugzeuge der deutschen „Legion Condor“ die militärisch völlig unbedeutende Kleinstadt im Norden Spaniens angegriffen und zu drei Vierteln zerstört. Die Schätzungen zur Zahl der Todesopfer schwanken zwischen 300 und 1.500. Es war in der europäischen Geschichte der erste massive Bombenangriff auf die wehrlose Zivilbevölkerung einer ganzen Stadt. Im Spanischen Bürgerkrieg unterstützten das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien die Putschisten unter General Francisco Franco.
Spuren der deutschen Gräueltaten finden sich im heutigen Guernica fast keine mehr. Einzig im Friedensmuseum wird die Wucht des Bombenangriffs in Schwarz-Weiß-Fotos und -Filmen nochmals lebendig.
Erstmals hatte Deutschland seine Schuld an der Zerstörung 1997 offiziell eingestanden. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog bat die Überlebenden um Versöhnung. Ein Jahr später entschuldigte sich auch der Deutsche Bundestag in einer Resolution bei der Bevölkerung von Guernica.
Steinmeier in Guernica „Ich verneige mich vor den Opfern“
Stand: 28.11.2025 17:14 Uhr
1937 zerstörten die Nazis das militärisch unbedeutende Guernica im Norden Spaniens fast vollständig. Fast 90 Jahre später besucht mit Steinmeier erstmals ein deutsches Staatsoberhaupt die Stadt.
Als erstes deutsches Staatsoberhaupt hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die von den Nazis bombardierte Stadt Guernica im Baskenland besucht. Dabei bekannte er sich zu Deutschlands Schuld.
„Deutschland weiß um seine historische Verantwortung. Wir bekennen uns dazu. Und wir fühlen die Verpflichtung, heute für Frieden, Demokratie und gegen Gewalt einzutreten“, sagte Steinmeiner. „Die Bombardierung Guernicas durch die Kampfflugzeuge der ‚Legion Condor‘ 1937 war ein brutales Verbrechen.“ Das einzige Ziel sei die Zivilbevölkerung gewesen. „Frauen, Männer, Kinder sind ermordet worden.“
Spaniens König würdigt Geste
Der von Spaniens König Felipe VI. begleitete Bundespräsident legte einen Kranz für die Opfer nieder, während eine Glocke aus einer damals ebenfalls bombardierten Kirche sechsmal schlug. Felipe VI. hatte Steinmeier schon am ersten Abend des Besuches in seiner Tischrede beim Staatsbankett für die Fahrt nach Guernica gedankt. Er sprach von einer „Geste von großer symbolischer Tragweite und der Versöhnung“.
Steinmeier sagte später: „Ich verneige mich vor den Opfern und unser Mitgefühl gilt den Überlebenden, ihren Familien und allen, bei denen die Wunden jener Zeit noch offen und nicht verheilt sind.“ Beide Staatsoberhäupter unterhielten sich ausführlich mit Crucita Etxabe und María Carmen Aguirre, die während des Luftangriffs sechsjährige Kinder waren.
Bis zu 1.500 Zivilisten bei Bombenangriff getötet
Am 26. April 1937 hatten Flugzeuge der deutschen „Legion Condor“ die militärisch völlig unbedeutende Kleinstadt im Norden Spaniens angegriffen und zu drei Vierteln zerstört. Die Schätzungen zur Zahl der Todesopfer schwanken zwischen 300 und 1.500. Es war in der europäischen Geschichte der erste massive Bombenangriff auf die wehrlose Zivilbevölkerung einer ganzen Stadt. Im Spanischen Bürgerkrieg unterstützten das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien die Putschisten unter General Francisco Franco.
Spuren der deutschen Gräueltaten finden sich im heutigen Guernica fast keine mehr. Einzig im Friedensmuseum wird die Wucht des Bombenangriffs in Schwarz-Weiß-Fotos und -Filmen nochmals lebendig.
Erstmals hatte Deutschland seine Schuld an der Zerstörung 1997 offiziell eingestanden. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog bat die Überlebenden um Versöhnung. Ein Jahr später entschuldigte sich auch der Deutsche Bundestag in einer Resolution bei der Bevölkerung von Guernica.








