Stand: 23.11.2025 18:51 Uhr
Die Gespräche über den US-Friedensplan in Genf sind offenbar konstruktiv verlaufen. Vertreter der USA und der Ukraine äußerten sich positiv. Abseits der Verhandlungen schimpfte Präsident Trump erneut über undankbare Ukrainer.
US-Präsident Donald Trump hat der Ukraine erneut Undankbarkeit vorgeworfen und Europa eine Mitschuld am Fortbestehen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine gegeben. „Die ukrainische ‚Führung‘ hat keinerlei Dankbarkeit für unsere Bemühungen gezeigt, und Europa kauft weiterhin Öl aus Russland“, schrieb er in Großbuchstaben auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social.
Trump und sein Vizepräsident JD Vance hatten den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits im Februar vor laufenden Kameras im Oval Office des Weißen Hauses zurechtgewiesen. Auch damals warfen sie ihm mangelnden Respekt und Dankbarkeit für die US-Militärhilfen vor.
Vorwürfe auch an die EU
Der Europäischen Union warf Trump bereits mehrfach vor, den Krieg indirekt weiter zu finanzieren, indem der Staatenbund weiterhin Öl von Russland beziehe. Infolge des Angriffskrieges Moskaus hatte die EU weitgehende Einfuhrverbote für russische Energieträger wie Kohle und Öl erlassen, es gelten aber noch Ausnahmeregelungen.
Rubio: „Haben gute Fortschritte erzielt“
Nach einem Treffen in Genf mit Vertretern der EU und der Ukraine zu einem möglichen Kriegsende äußerte sich US-Außenminister Marco Rubio positiv. Man habe gute Fortschritte erzielt, sagte er vor Journalisten. Es sei das bislang produktivste und bedeutendste Treffen gewesen. Auch der ukrainische Delegationsleiter Andrij Jermak sprach von sehr guten Fortschritten und dankte Trump für dessen Engagement.
In den Beratungen ging es um den 28-Punkte-Plan der USA zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine und um Änderungsvorschläge der Europäer. An dem Treffen nahmen neben Rubio und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff die sicherheitspolitischen Berater der sogenannten E3-Staaten – Deutschland, Frankreich, Großbritannien – sowie Italiens und der Ukraine teil.
Selenskyj: Hoffe auf positives Ergebnis
Selenskyj hatte bereits während des Treffens auf Telegram geschrieben, er warte den Ausgang der Gespräche ab und hoffe, dass alle Teilnehmer konstruktiv eingestellt seien. „Ein positives Ergebnis brauchen wir alle.“ Das Blutvergießen müsse beendet und es müsse garantiert werden, dass der Krieg nicht wieder aufflamme.
In einem späteren Post ergänzte Selenskyj, es gebe ein Einvernehmen, dass die USA „eine Reihe von Elementen“ in einer Friedensvereinbarung berücksichtigen würden, die für die Ukraine wichtig seien. Weitere Details nannte er nicht.
Plan verlangt Ukraine große Zugeständnisse ab
Der von den USA vorgeschlagene 28-Punkte-Plan hat Kiew und seine europäischen Verbündeten in Unruhe versetzt, da er der Ukraine weitaus größere Zugeständnisse abverlangt als Russland. Unter anderem soll die Ukraine Gebiete an Russland abtreten, die sie derzeit erfolgreich verteidigt, ihre Armee verkleinern und auf einen NATO-Beitritt verzichten. Im Gegenzug soll sich Moskau verpflichten, künftig von weiteren Angriffen auf das Nachbarland abzusehen.
Trump hatte Selenskyj eine Frist bis Donnerstag gesetzt, dem Plan grundsätzlich zuzustimmen. Die Unterstützer der Ukraine lehnen den Plan in der derzeitigen Fassung ab. Selenskyj wollte Alternativvorschläge dazu machen. Das 28 Punkte umfassende Dokument verlangt vor allem der Ukraine große Zugeständnisse ab.








