Stand: 25.11.2025 09:31 Uhr
Die Rentenreform bringt in der schwarz-roten Koalition aktuell viele Diskussionen mit sich. Eine Studie eines gewerkschaftsnahen Instituts stellt nun fest: Die gesetzliche Rente lohnt sich dadurch – auch für Jüngere.
Es ist ein Blick in die Zukunft, in das Jahr 2070: Wie könnte unser Rentensystem dann aussehen? Wie viel gesetzliche Rente bekommen die, die heute gerade anfangen zu arbeiten? Lohnt sich das Einzahlen und wenn ja, was ist die Rendite bei der Rente?
Es ist eine Simulation über 45 Jahre, die ein Autorenteam um den Wirtschaftsprofessor Sebastian Dullien gerechnet hat. 22 Seiten hat die heute veröffentlichte Studie und es geht um Fragen, die auch im Streit über die aktuelle Reform des Rentensystems immer wieder diskutiert werden.
Was die Rente langfristig kosten könnte
Andere Studien rechnen die langfristigen Kosten für den Bundeshaushalt in Milliarden. Das Autorenteam des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bevorzugt einen Vergleich: Sie haben ausgerechnet, was der Bund bei der gesetzlichen Rentenversicherung dazuzahlt, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). 2024 waren das 2,7 Prozent. Durch das Rentenpaket könnten die Kosten laut Studie um 0,3 Prozentpunkte steigen.
„Dieser Anstieg ist relevant, aber im historischen Vergleich nicht dramatisch“, stellt die Studie fest. Bis 2070 erwartet sie einen Anstieg um weitere 0,4 Prozentpunkte. Die Quote läge in der langfristigen Perspektive dann ähnlich wie 2003. Damals zahlte der Bund eine Summe an die Rentenversicherung, die 3,5 Prozent des BIP entsprach.
„Ich kann im aktuellen Rentensystem keine Generationenungerechtigkeit erkennen“, stellt Dullien fest. Die gesetzliche Rentenversicherung lohnt sich, glaubt er: „Alle Geburtsjahrgänge bis hin zu den Jüngsten, die noch gar nicht arbeiten, bekommen inflationsbereinigt absehbar mehr aus der Rentenversicherung heraus, als sie eingezahlt haben.“
Rendite von 3,1 bis 4,5 Prozent
Das Rentenniveau läge nach den Berechnungen von Dullien und Team mit Rentenpaket im Jahr 2070 noch bei 45,2 Prozent und der Beitrag zur Rentenversicherung bei 22,3 Prozent. Laut der Studie könnten die Pläne der schwarz-roten Regierung die Rendite bei der Rente leicht anheben für alle, die aktuell 65 Jahre und jünger sind.
Das Papier kommt auf eine Rendite zwischen 3,1 und 4,5 Prozent – knapp ein Zehntel-Prozentpunkt mehr als ohne die Stabilisierung. „Ein Renditeeffekt von 0,1 Prozentpunkten mag auf den ersten Blick gering erscheinen“, heißt es in der Studie. Der Anstieg der Renten sei aber für alle Jahrgänge spürbar.
Fernwirkung von 116 Euro mehr pro Monat
Die Fernwirkung des Rentenpakets: Ein heute 35-Jähriger bekommt dadurch als Rentner im Jahr 2057 etwa 116 Euro mehr pro Monat, so eine Hochrechnung für den sogenannten Eckrentner.
Was ist die Eckrente?
Als Eckrente wird die Monatsrente bezeichnet, die ein Modell-Versicherter erhält, wenn er 45 Jahre lang Beiträge für ein Durchschnittsentgelt geleistet hat.
„Hier wird niemand über den Tisch gezogen“, sagt Dullien. Er lehnt deshalb die Forderung von 22 Wissenschaftlern ab, das geplante Rentenpaket zurückzuziehen. „Das Versprechen jetzt zu kippen, würde eher Verlässlichkeit und Vertrauen torpedieren.“
Die Studie wirft die Frage auf, ob es der beste Weg ist, das Rentenniveau mit höheren Bundeszuschüssen zu stabilisieren. Im Fall des Rentenpakets 2025 sei das womöglich noch zu rechtfertigen. „Perspektivisch sollte allerdings überlegt werden, ob eine weitere Stabilisierung nach 2031 eher über höhere Beiträge finanziert werden sollte“, so die Autoren.










