marktbericht
Zurückhaltung an den Börsen DAX winkt starkes Wochenplus
Stand: 28.11.2025 09:44 Uhr
Der DAX ist verhalten in den letzten Handelstag einer bislang überaus erfolgreichen Woche gestartet. Für Unruhe an den Märkten sorgt ein weitreichender technischer Ausfall bei einem Börsenbetreiber.
Nach den starken Kursgewinnen zu Wochenbeginn und angesichts des gestrigen Thanksgiving-Feiertages in den USA scheint die Luft am deutschen Aktienmarkt fürs erste raus. Der DAX notiert im frühen Handel 0,1 Prozent tiefer bei 23.725 Punkten.
DAX mit Wochenplus – und Novemberminus
Tags zuvor hatte der DAX ein kleines Plus von 0,2 Prozent auf 23.768 Zähler eingefahren. Der Handel war dabei von geringen Umsätzen geprägt. Hintergrund war der gestrige Thanksgiving-Feiertag in den USA, an dem die Börsen jenseits des Atlantiks geschlossen blieben.
Unterm Strich verlief diese Börsenwoche für den DAX bislang äußerst erfolgreich: Seit dem Schlusskurs am vergangenen Freitag bei 23.091 Stellen steht ein Plus von knapp drei Prozent zu Buche. Der eigentlich gute Börsenmonat November würde aber immer noch mit einem Abschlag von gut 0,8 Prozent zu Ende gehen.
Störung beim Börsenbetreiber CME
Für leichte Unruhe an den Märkten sorgt am Morgen eine technische Störung beim Börsenbetreiber CME Group, die den Handel auf mehreren wichtigen Plattformen lahmgelegt hat. Betroffen sind der Handel mit Währungen sowie mit Terminkontrakten auf Devisen, Rohstoffe, US-Staatsanleihen und Aktien.
Grund sei ein Problem mit der Kühlung in einem Rechenzentrum, teilte CME mit. Christopher Forbes vom Broker CMC Markets bezeichnete die Situation als sehr lästig. Er fügte hinzu, in 20 Jahren noch nie einen derart weitreichenden Börsenausfall erlebt zu haben.
Warten auf deutsche Inflationsdaten
Im weiteren Handelsverlauf könnten Konjunkturdaten für frische Impulse am deutschen Aktienmarkt sorgen. Im Fokus steht dabei der Inflationsbericht für November. Die Verbraucherpreise in der Bundesrepublik dürften in diesem Monat wieder gestiegen sein. Ökonominnen und Ökonomen rechnen im Schnitt mit einer Teuerungsrate von 2,4 Prozent.
Im Oktober lag sie noch bei 2,3 Prozent. Für den Anstieg dürften vor allem höhere Energiekosten und gestiegene Preise für Dienstleistungen verantwortlich sein.
Wall Street steuert auf positiven Start zu
Die US-Futures notieren leicht im Plus – so legt der Future auf die Standardwerte im Dow Jones aktuell um 0,1 Prozent zu. Das deutet auf einen freundlichen Start an der Wall Street nach dem gestrigen Feiertag hin. Heute findet in den USA allerdings nur ein verkürzter Handel (bis 19 Uhr MEZ) statt. Das Handelsvolumen ist am Tag nach Thanksgiving traditionell eher niedrig.
Zinssenkungshoffnungen leben weiter
Rückenwind für die Aktienmärkte kommt weiterhin von den jüngst wiederbelebten Hoffnungen der Anlegerinnen und Anleger auf eine baldige Zinssenkung in den USA. Schwache Konjunkturdaten und Aussagen einiger Notenbanker hatten Spekulationen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed auf ihrer kommenden Sitzung am 10. Dezember neu angefacht. Laut dem „Fed Watch Tool“ der CME Group rechnen mittlerweile knapp 85 Prozent der Marktteilnehmer mit einem solchen Schritt.
Asien-Börsen uneinheitlich
Die asiatischen Aktienmärkte haben am Morgen keine klare Richtung eingeschlagen. Die Börsen präsentierten sich uneinheitlich bei meist geringen Veränderungen. Leicht im Plus lagen japanische Aktien. Der Nikkei 225 schloss mit 50.253 Punkten 0,2 Prozent höher. Damit bewegte er sich in etwas auf dem Niveau von Ende vergangener Woche.
In China gewann der CSI-300-Index mit den wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen 0,3 Prozent, während der technologielastige Hang-Seng-Index der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong 0,2 Prozent verlor. Deutlich stärker waren die Verluste in Südkorea mit einem Minus von 1,5 Prozent.
Dollar vor größtem Wochenverlust seit Juli
Am Devisenmarkt zeigt sich der Dollar am Morgen stabil, steuert aber auf den größten Wochenverlust seit Juli zu. Der Euro notiert 0,1 Prozent tiefer bei 1,1583 Dollar.
Ölpreise etwas höher
Die Ölpreise legen leicht zu, ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich aktuell um 0,3 Prozent auf 63,08 Dollar. Die Ölpreise stehen dennoch vor dem vierten monatlichen Verlust in Folge. Als Belastungsfaktor galten zuletzt die Bemühungen der USA um einen Friedensplan im Krieg gegen die Ukraine.
Großaktionäre machen bei Delivery Hero Druck
Am deutschen Aktienmarkt setzen die Aktien von Delivery Hero zum Wochenschluss ihre jüngste Erholung fort und steuern nun auf den fünften Gewinntag in Folge zu. Hintergrund ist ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach einige bedeutende Anteilseigner das Management drängen, einen Verkauf des Unternehmens oder von Geschäftsteilen in Betracht zu ziehen.
Mit Informationen von Angela Göpfert, ARD-Finanzredaktion.










