Augustiner Chorfrauen Goldenstein Nonnen halten an „Besetzung“ ihres Kloster fest
Stand: 28.11.2025 21:46 Uhr
Sie wehren sich gegen einen Umzug ins Altersheim und halten deshalb ihr Kloster bei Salzburg „besetzt“. Der Probst bot nun ein vorübergehendes Bleiberecht an. Eine Bedingung: ein Social-Media-Verbot. Die drei Nonnen lehnten ab.
Im Konflikt um die „Besetzung“ eines österreichischen Klosters durch drei betagte Nonnen gibt es weiter keine Lösung. Die Ordensfrauen lehnten einen Kompromissvorschlag des zuständigen Stifts-Leiters Markus Grasl für ein Bleiberecht unter Bedingungen ab.
„Wir werden sicher nicht zustimmen. Das kann ich meinen Mitschwestern nicht antun und meine Mitschwestern tun mir das nicht an“, sagte Schwester Bernadette im ORF-Interview.
Das Schicksal der Ordensfrauen im Alter von 82, 86 und 88 Jahren hatte in den vergangenen Monaten international für Schlagzeilen gesorgt. Schwester Bernadette, Schwester Regina und Schwester Rita hatten Anfang September ein ihnen zugewiesenes Altersheim verlassen, weil sie dort nicht länger leben wollten. Sie verschafften sich Zutritt zum leer stehenden Kloster im Schloss Goldenstein, wo sie zuvor jahrzehntelang gearbeitet und gewohnt hatten.
Nicht mehr so gut zu Fuß dafür aber sehr streitbar: Die drei Ordensschwestern im September vor ihrem Kloster im Salzburger Flachgau.
Mehr als 100.000 Follower auf Instagram
Das Gebäude gehört seit 2022 dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Die Schwestern geben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie Ende 2023 dennoch in ein Heim übersiedeln.
Ihre Internetpräsenz brachte den Ordensfrauen weltweite Aufmerksamkeit. Auf Instagram haben sie inzwischen mehr als 100.000 Follower. Laut dem nun vorgelegten Vorschlag des Propstes Grasl solle es den Ordensfrauen vorerst erlaubt werden, im Kloster zu bleiben. Eine der Bedingungen dafür: Sämtliche Social-Media-Aktivitäten müssen eingestellt werden. Damit solle vor allem das geistlich-spirituelle Leben wieder im Vordergrund stehen, sagte der Sprecher des Probstes, Harald Schiffl. Die Nonnen müssten künftig wieder in „Klausur“ leben, also das Kloster nur eingeschränkt für ordensfremde Menschen öffnen.
Das Kloster Goldenstein soll für die Nonnen altersgerecht umgebaut werden – sofern sie das Angebot doch noch annehmen.
Parallel in Pflegeheim angemeldet
Auch für die altersgerechte Anpassung des Klosters und die Pflegebetreuung würde gesorgt, so der Sprecher. Parallel wären die drei Schwestern allerdings für Pflegeplätze in unmittelbarer Nähe angemeldet worden. Sobald ihr Gesundheitszustand eine Versorgung im Kloster nicht mehr zugelassen hätte, hätten sie dorthin umziehen müssen.
Diese Bedingungen seien unzumutbar, sagte eine Sprecherin der katholischen Nonnen. Das Social-Media-Verbot würde die Ordensfrauen ihres Schutzes durch die interessierte Öffentlichkeit berauben. Und die angebliche Zusage der Kirche, dass die Schwestern bei Einhaltung der Bedingungen in dem Kloster bei Salzburg bleiben dürften, bestehe nur „bis auf Weiteres“ und sei juristisch wertlos.
Die Ordensschwestern selbst zeigten sich von dem Vorschlag Grasls im ORF-Interview entsetzt: „Es wurde uns jetzt erst erklärt, dass sie uns laut dem Vorschlag am nächsten Tag schon wieder hinausschmeißen können.“








