Großbrand in Hongkong Feueralarm in betroffenem Wohnkomplex war defekt
Stand: 28.11.2025 18:24 Uhr
Die Bewohner der Wohntürme hatten wohl kaum eine Chance: Die Feuermelder funktionierten nicht richtig. Das gab die Hongkonger Feuerwehr bekannt – und kündigte Konsequenzen an. Mindestens 128 Menschen starben bei dem Feuer.
Bei dem Großbrand in Hongkong hat der Feueralarm in den betroffenen Gebäuden nicht richtig funktioniert. Das bestätigte die Feuerwehr. Ein Sprecher kündigte an, das zuständige Wartungsunternehmen zur Verantwortung zu ziehen.
Der Hongkonger Sicherheitschef Chris Tang erklärte die Löscharbeiten inzwischen für beendet. „Das Feuer ist gelöscht und der Rettungseinsatz ist beendet“, sagte Tang. „Unser Ziel ist es nun, die Temperatur in den Gebäuden zu senken. Sobald alles als sicher gilt, wird die Polizei Beweise sichern und weitere Ermittlungen durchführen.“ Die Löscharbeiten hatten gut 48 Stunden gedauert.
Das Feuer hatte sich von einem Wohnturm rasant auf die umliegenden ausgebreitet.
200 Menschen gelten weiter als vermisst
Er schließe nicht aus, dass weitere Leichen entdeckt werden, wenn die Polizei die Gebäude durchsuche, so der Sicherheitschef. Bisher gelten noch etwa 200 Menschen als vermisst. Bei dem Feuer in mehreren Hochhäusern waren am Mittwoch mindestens 128 Menschen ums Leben gekommen. 79 Menschen wurden verletzt, darunter auch Feuerwehrleute.
Warum die Flammen an einem der Gebäude ausbrachen, wird noch untersucht. Tang erklärte, die Ermittlungen könnten sich noch über Wochen ziehen. Das Feuer war in einem der acht Wohnblöcke ausgebrochen und hatte sich rasant auf sechs benachbarte Blöcke ausgebreitet.
Ermittlungen gegen Mitarbeiter einer Baufirma
An den mehr als 30 Stockwerke hohen Wohntürmen liefen Renovierungsarbeiten, weshalb die Gebäude mit Baugerüsten aus Bambus eingefasst waren, die wiederum mit Netzen eingekleidet waren.
Laut vorgelegten Ermittlungserkenntnissen wurde das Feuer von Schaumstoffplatten vor den Fenstern und Schutznetzen angefacht. „Nach unseren ersten Informationen gehen wir davon aus, dass das Feuer an den Schutznetzen außerhalb der unteren Stockwerke ausbrach und sich aufgrund von Schaumstoffplatten vor den Fenstern schnell nach oben ausbreitete“, sagte Sicherheitschef Tang.
Heute gaben die Behörden die Festnahme von acht Verdächtigen bekannt, die im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten an dem Wohnkomplex der Korruption beschuldigt werden. Bei den festgenommenen sieben Männern und einer Frau handele es sich um „Berater, Gerüstbau-Subunternehmer und Mittelsmänner des Projekts“, teilte die Antikorruptionskommission (ICAC) von Hongkong mit. Zuvor waren bereits drei Personen unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung festgenommen worden, darunter die Direktoren und ein Berater einer Baufirma.
Mit Informationen von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking








