Stand: 29.11.2025 15:36 Uhr
Im Schwarzen Meer sind zwei Tanker in Brand geraten, die der russischen Schattenflotte angehören sollen. In einem Fall spricht die Türkei von einem Angriff durch ein unbemanntes Schiff.
Vor der Türkei sind im Schwarzen Meer fast zeitgleich Brände auf zwei Öltankern ausgebrochen, die mutmaßlich der russischen Schattenflotte angehörten. Der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloğlu erklärte, dass von einer „Einwirkung von außen“ auszugehen sei. Dafür kämen eine Mine, eine Rakete, ein Marineschiff oder eine Drohne infrage, sagte er dem türkischen Sender NTV.
Karte der Ukraine und Russlands, hell schraffiert: von Russland besetzte Gebiete
Der Tanker „Kairos“ hatte am Freitag ohne Ladung die russische Hafenstadt Noworossijsk angesteuert, als er rund 45 Kilometer vor der Küste der türkischen Provinz Kocaeli in Brand geriet, wie die türkische Generaldirektion für maritime Angelegenheiten mitteilte. Verkehrsminister Uraloğlu sagte, kurz darauf sei die Nachricht von der Explosion auf einem zweiten Schiff, der „Virat“, gekommen.
Zweiter Angriff am Morgen
Heute hätten unbemannte Schiffe die „Virat“ erneut angegriffen und leicht beschädigt, meldete das türkische Verkehrsministerium. Die Besatzungsmitglieder beider Schiffe, die unter gambischer Flagge fahren, konnten in Sicherheit gebracht werden.
Das ukrainische Onlineportal Ukrajinska Prawda berichtete unter Berufung auf den Geheimdienst SBU, dass dieser hinter der Operation stehe. Es seien Seedrohnen des Typs „Sea Baby“ zum Einsatz gekommen.
Nach Angaben aus der Datenbank OpenSanctions gehören die Tanker zur sogenannten Schattenflotte. Diese wird für die Umgehung von Strafmaßnahmen genutzt, die gegen Russland wegen der Invasion in die Ukraine 2022 verhängt wurden. Gegen beide Schiffe verhängten die EU und diverse andere Länder Sanktionen.
Ölterminal in Russland bei Angriff beschädigt
Unterdessen meldete Russland einen mutmaßlich ukrainischen Angriff mit Seedrohnen auf ein international wichtiges Ölterminal in dem Schwarzmeerhafen Noworossijsk. Eine Anlegestelle des Terminals sei nicht mehr nutzbar, teilte das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC) mit. Nach Angaben des Konsortiums seien während der ukrainischen Angriffe alle Ladeoperationen im Hafen von Noworossijsk eingestellt und die Öltanker weggefahren worden. Auch die Pipelines seien zum Zeitpunkt der Explosion geschlossen gewesen. Nach ersten Erkenntnissen sei kein Öl ins Schwarze Meer geraten, hieß es.








