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Stand: 23.11.2025 11:16 Uhr
US-Außenminister Rubio und der Sondergesandte Witkoff sind zu Verhandlungen in Genf eingetroffen. Ein ukrainischer Angriff hat einen Brand in einem russischen Heizkraftwerk ausgelöst.
11:08 Uhr
Weber für Ausbau der EU zu „europäischer NATO“
Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber fordert den Ausbau der EU zu einer europäischen NATO. „Auf die USA können wir uns nicht mehr uneingeschränkt verlassen“, sagte der Vorsitzende der europäischen Parteienfamilie EVP der Bild am Sonntag. Man erlebe „historische Stunden“. Es gehe dabei nicht nur um die Ukraine, sondern „um die Sicherheit von uns allen“.
An dem US-Plan zum Ukraine-Krieg kritisierte Weber, dass die Ukraine nach den dort aufgeführten Punkten Teile ihres Staatsgebietes aufgeben und die Größe ihrer Streitkräfte begrenzen soll. Der CSU-Politiker sagte dazu, die Abtretung von Gebieten dürfe der Ukraine nicht aufgezwungen werden. Zudem müsse sie militärisch gestärkt und nicht geschwächt werden.
10:53 Uhr
Grünen-Co-Chefin warnt vor „Trump-Putin-Pakt“
Die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgefordert, als Reaktion auf den umstrittenen US-Plan mit aller Kraft europäische Unterstützung für die Ukraine zu organisieren. Wenn Merz nicht zudem dafür sorge, dass Europa mit am Tisch sitze, „wird Europa und nicht nur die Ukraine auf der Speisekarte stehen“, warnte sie. Und: „Der Trump-Putin-Pakt kann gar nicht ohne Europa umgesetzt werden.“
Brantner forderte, der Plan könne höchstens Auftakt für einen Verhandlungsprozess sein, nicht sein Ergebnis. Für tragbare Verhandlungen brauche es aber spürbaren Druck der EU auf Russland. „Merz muss die Freigabe der Frozen Assets durchsetzen, die Schattenflotte muss jetzt festgesetzt werden und die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine nochmals gestärkt werden“, mahnte die Grünen-Co-Vorsitzende. Nötig sei ein eigener Aufschlag Europas, wie die Souveränität und Sicherheit der Ukraine als auch der EU mittelfristig gesichert werden könne.
Auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter warnte davor, den US-Plan für die Ukraine zu akzeptieren. „Das ist kein Friedensplan, sondern eine Aufforderung an Wladimir Putin, weitere europäische Länder anzugreifen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Hofreiter, der den Europaausschuss des Bundestages leitet, warnte, dass ein Angriff Russlands auf Nato-Mitgliedstaaten damit eher möglich wäre als 2029.
10:42 Uhr
Rubio und Witkoff in Genf eingetroffen
US-Außenminister Marco Rubio ist für Beratungen über einen von seiner Regierung vorgelegten Vorschlag zur Beendigung des Ukraine-Krieges in der Schweiz eingetroffen. Rubios Flugzeug landete am Samstagmorgen in Genf, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff ist Medienberichten zufolge bereits in Genf.
Eine Delegation der USA sowie Vertreter der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten wollen heute in der Schweiz über den US-Plan beraten. Neben Rubio und Witkoff sollen der ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak und die außenpolitischen Berater der sogenannten E3-Staaten – Frankreich, Deutschland und Großbritannien – mit am Tisch sitzen.
10:40 Uhr
Sicherheitsexperte Lange: „Rezept für mehr Krieg“
Der Politikwissenschaftler Nico Lange sieht im sogenannten Friedensplan der USA „bestenfalls einen Startpunkt“ einer Debatte. Vorher müsse aber noch die Frage geklärt werden, ob Russland überhaupt für einen Waffenstillstand bereit sei, sagte Lange auf tagesschau24. Die USA sähen sich zwar als Vermittler, jedoch fänden sich die Positionen der Ukraine nicht in dem 28-Punkte-Plan wieder. In seiner aktuellen Fassung sei der US-Plan „ein Rezept für mehr Krieg und nicht für Frieden“.
10:30 Uhr
Wohnhaus in Dnipro von Drohne getroffen
In der ukrainischen Industriestadt Dnipro ist bei einem russischen Drohnenangriff ein Wohnhaus in Brand geraten. Es gab mindestens 15 Verletzte, darunter ein elf Jahre altes Mädchen, wie die Behörden mitteilten. Am Vorabend wurden laut Militärverwaltung auch in Saporischschja zwei Wohnhäuser getroffen und sechs Menschen verletzt.
Insgesamt griff Russland mit 98 Drohnen in der Nacht an, wie die Luftstreitkräfte mitteilten. Die meisten Flugobjekte seien unschädlich gemacht worden, 27 Drohnen dagegen seien an 12 Stellen eingeschlagen. In den umkämpften Gebieten Donezk und Cherson starben seit Samstag mindestens acht Menschen, wie die Behörden mitteilten. Es habe auch 15 Verletzte gegeben.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
10:07 Uhr
Russisches Heizkraftwerk angegriffen
Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge mit Drohnen ein großes Heizkraftwerk in der Region Moskau angegriffen. Dadurch sei ein Feuer ausgebrochen, und die Notversorgung habe aktiviert werden müssen, teilt Regionalgouverneur Andrej Worobjow mit. Ziel des Angriffs war demnach das Kraftwerk Schatura rund 120 Kilometer östlich der Hauptstadt. Einige Drohnen seien von der Luftabwehr zerstört worden, mehrere Drohnen seien jedoch auf das Kraftwerksgelände gestürzt.
Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin flogen mindestens drei Drohnen in Richtung der russischen Hauptstadt. Die Flugabwehr habe sie zerstört. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen, dass insgesamt 75 Angriffe mit ukrainischen Drohnen abgewehrt worden seien. Zu Schäden oder Verletzten machte das Ministerium wie immer keine Angaben.
Karte der Ukraine und Russlands, hell schraffiert: von Russland besetzte Gebiete
09:57 Uhr
Carney will mit Selenskyj sprechen
Der kanadische Ministerpräsident Mark Carney will noch heute mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über den von den USA vorgeschlagenen „Friedensplan“ sprechen. Westliche Staats- und Regierungschefs hätten sich bereits am Samstag am Rande des G20-Treffens in Südafrika auf eine gemeinsame Position zu dem 28-Punkte-Plan verständigt, die nach Washington übermittelt worden sei, sagt Carney vor Reportern. Zuvor waren die sogenannten E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit einer Reihe weiterer EU-Staaten sowie Japan und Kanada übereingekommen, dass sie den Trump-Plan so nicht akzeptieren.
09:29 Uhr
Was ist vom Treffen in Genf zu erwarten?
Spitzenvertreter der USA, der Ukraine sowie Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens beraten ab heute in Genf über einen US-Friedensplan. Nachdem US-Präsident Donald Trump der Ukraine und ihrem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Frist gesetzt hatte, zeigte er sich zuletzt kooperativer: Der US-Plan für einen Frieden in der Ukraine sei nicht sein letztes Angebot, sagte Trump.
09:15 Uhr
Rubio: Haben Anregungen von beiden Seiten bekommen
US-Außenminister Marco Rubio ist zu den Gesprächen über einen neuen Friedensplan für die Ukraine auf dem Weg nach Genf. Der 28-Punkte-Vorschlag der US-Regierung diene als „solide Grundlage für die laufenden Verhandlungen“, sagte Rubio. In das Papier seien Anregungen sowohl der russischen als auch der ukrainischen Seite eingeflossen. Damit reagierte Rubio auf Kritik von mehreren US-Senatoren, es handele sich dabei um eine „Wunschliste der Russen“.
09:00 Uhr
Nordeuropäer bekräftigen Ukraine-Unterstützung
Acht nordische und baltische Staaten haben der Ukraine nach einem Gespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj weitere Unterstützung zugesagt. Zu der Gruppe gehören Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden.
Russland sei bislang nicht zu einem Waffenstillstand oder Schritten zum Frieden bereit, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Gruppe kündigte an, die Ukraine weiter mit Waffen zu versorgen und die europäische Verteidigung zu stärken. Zudem sprachen sich die Länder für eine Verschärfung der Sanktionen und umfassendere wirtschaftliche Maßnahmen gegen Russland aus, solange der Krieg andauert.








