Brandkatastrophe in Skiort Was über das Unglück in Crans-Montana bekannt ist
Stand: 01.01.2026 16:26 Uhr
Dutzende Tote und mehr als 100 Verletzte – das ist die bisherige Bilanz eines verheerendes Brandes in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana. Was über das Feuer bisher bekannt ist und welche Fragen ungeklärt sind.
Was ist passiert?
Im Schweizer Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis ist in der Silvesternacht gegen 1.30 Uhr ein Feuer in der Bar „Le Constellation“ ausgebrochen. Der erste Notruf ging nach Polizeiangaben unmittelbar danach ein. Die ersten Polizeistreifen erreichten kurz darauf den Einsatzort, wenig später auch ein größeres Aufgebot der Feuerwehr. Insgesamt waren nach Behördenangaben unter anderem etwa 40 Krankenwagen und zehn Hubschrauber sowie 150 medizinische Rettungskräfte im Einsatz.
In einer ersten Pressekonferenz erklärte die Kantonspolizei, dass es „mehrere Dutzend“ Todesopfer gegeben habe. Mehr als 100 Menschen seien größtenteils schwer verletzt worden. Die Bar verfügt nach eigenen Angaben über Platz für etwa 300 Gäste. Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Brandes in den Räumen aufhielten, ist allerdings nicht bekannt. Augenzeugen berichteten, dass sich etwa 100 Gäste im Keller der Bar aufgehalten haben sollen.
Was ist über die Todesopfer bekannt?
Zu den Toten und Verletzten haben die Behörden bislang kaum Angaben gemacht. Die genaue Zahl der Opfer ist ebenso unbekannt wie deren Herkunft. Nach Angaben der Polizei ist es sehr wahrscheinlich, dass sich auch Ausländer unter den Todesopfern befinden. Deren Identifizierung habe oberste Priorität, erklärte die zuständige Staatsanwaltschaft. Aus diesem Grund sei Unterstützung von Rechtsmedizinern aus benachbarten Kantonen angefordert worden.
Was geschieht mit den Verletzten?
Die etwa 100 Verletzten, unter denen sich nach Angaben des französischen Außenministeriums auch zwei Franzosen befinden, wurden größtenteils bereits in verschiedene Schweizer Kliniken gebracht. Das auf Brandopfer spezialisierte Universitätsklinikum Lausanne nahm bislang 22 Verletzte auf.
Mehr als ein Dutzend Verletzte wurden in das Universitätsklinikum in Zürich gebracht. Andere wurden nach Genf geflogen und auf andere Krankenhäuser in der Schweiz verteilt. Eine verletzte Person soll noch im Laufe des Neujahrstages nach Stuttgart geflogen werden.
Was ist über die Unglücksursache bekannt?
Die ermittelnde Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud machte bei einer ersten Pressekonferenz am Vormittag noch keine Angaben zur Ursache der Brandkatastrophe. Sie stellte aber klar, dass von einem Unglück auszugehen und ein Anschlag auszuschließen sei. Der Brand habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer.
Am Nachmittag teilte die Kantonsregierung mit, in der Bar sei es „infolge eines Brandes zu einem Flashover“ gekommen, „der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte“. Der Begriff Flashover beschreibt die schnelle oder sogar schlagartige Entzündung aller Oberflächen brennbarer Materialien eines Raumes hin zu einem Feuer. Mit ihren Angaben machten die Behörden deutlich, dass die Explosionen, von denen Anwohner berichtet hatten, den Brand nicht ausgelöst hätten, sondern eine Folge des Feuers waren.
Zur Ursache des ursprünglichen Feuers laufen die Ermittlungen. Die bisherigen Augenzeugenberichte liefern in dieser Frage kein klares Bild. Zwei Französinnen, die sich nach eigenen Angaben in der Bar aufhielten, sagten dem französischen Nachrichtensender BFMTV, dass das Feuer durch Kerzen ausgelöst worden sei. Eine davon sei zu nah an die Decke gekommen, die aus Holz gewesen sei und dann Feuer gefangen habe. Andere Augenzeugen hatten zuvor dagegen erklärt, dass möglicherweise Pyrotechnik eines Konzerts das Feuer ausgelöst habe.
Was ist über die Bar „Le Constellation“ bekannt?
Die Bar „Le Constellation“ liegt im Zentrum des Skiorts Crans-Montana, der über etwa 2600 Hotelbetten und Hunderte Ferienwohnungen verfügt. Auch wenn ein Großteil der Übernachtungen im Ort auf Schweizer Gäste entfällt, ist er auch bei internationalen Besuchern sehr beliebt – insbesondere bei Italienern und Franzosen, zuletzt aber auch zunehmend bei US-Amerikanern.
Die Bar „Le Constellation“ präsentierte sich den Gästen als angesagtes Ziel und wurde als Café, Bar und Nachtclub betrieben. Sie war besonders bei jungen Gästen beliebt. Nach eigener Darstellung war in den verschiedenen Räumen Platz für 300 Personen. Die Bar verfügte über zwei Etagen – das Erdgeschoss und den Keller.
Ob die Bar „Le Constellation“ über funktionsfähige Notausgänge verfügte, ließ die zuständige Staatsanwältin auf Nachfrage zunächst offen. Auch zu möglichen baulichen oder anderen Mängeln machten die Behörden bisher keine Angaben.









