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Wie mit einer Statistik zu Jugendkriminalität Stimmung gemacht wird

Suedpole. by Suedpole.
10:34:41 26. November 2025
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Wie mit einer Statistik zu Jugendkriminalität Stimmung gemacht wird

Drei Jugendliche gehen am Abend durch eine Unterführung.

faktenfinder

Studie zu Schülerkriminalität in NRW Wie mit Statistik Stimmung gemacht wird

Stand: 26.11.2025 11:12 Uhr

Eine Studie zu Kriminalität von Jugendlichen in NRW hat heftige Reaktionen ausgelöst. Die Forscher widersprechen jedoch der Interpretation in Medien und Teilen der daraus von Politikern abgeleiteten Forderungen.

Wulf Rohwedder

Forscher haben in Nordrhein-Westfalen mit zwei unterschiedlichen methodischen Ansätzen die Kriminalität von Jugendlichen in drei nordrhein-westfälischen Städten untersucht. Ihre vermeintlichen Ergebnisse führten medial zu einer regelrechten Kampagne. „Gewalt an den Schulen geht durch die Decke – vor allem bei Migranten und Mädchen“, titelt das Portal „Nius“. Die „Bild am Sonntag“ schreibt:

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Im Ausland geborene Kinder sind besonders auffällig. Während deutsche 11- bis 13-Jährige insgesamt sogar etwas weniger Straftaten begingen, wuchs die Zahl bei migrantischen Schülern in den drei untersuchten Städten um 628 Prozent an. Noch verheerender ist der Zuwachs bei Gewaltkriminalität: Dort stieg die Zahl der Straftaten von im Ausland geborenen Siebtklässlern um 2.325 Prozent.

Politiker fordern harte Konsequenzen

Die Folge: Politiker drohen drastische Maßnahmen an. So sagte Susanne Hierl, rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der „Bild“ unter Bezug auf die Studie: „Das Signal muss klar sein: Gewalt von 12- oder 13-Jährigen wird nicht achselzuckend hingenommen. Kinder in diesem Alter wissen sehr genau, was richtig und falsch ist.“ Eine Absenkung der Strafmündigkeit unter 14 Jahre sei „kein Tabu“. Die FDP und die AfD beantragten aufgrund der Studie sogar eine Aktuelle Stunde im nordrhein-westfälischen Landtag.

NRW-Innenminister Herbert Reul forderte bei der Vorstellung der Studie härtere Sanktionen: „Viele Jungen und Mädchen verhalten sich heute nach dem Motto ‚Ich mache, was ich will‘.“ Diese Haltung verstärke und verfestige sich, wenn junge Menschen zum Beispiel in der Schule so gut wie keine Sanktionen mehr erführen. Hinzu komme, dass viele Kinder und Jugendliche „weniger stark an Normen gebunden“ seien als früher.

Entscheidende Faktoren ausgeblendet

Die zunächst besorgniserregend klingenden Zahlen lassen sich tatsächlich in der Studie „Entwicklung der Kinder- und Jugenddelinquenz in Nordrhein-Westfalen Befunde zum Hellfeld und Vergleich der Erkenntnisse aus Hellfeld und Dunkelfeld“ finden. Für den Dunkelfeld-Teil wurden 3.800 Kinder der Jahrgangsstufen 7 und 9 aus drei Schulen in Gelsenkirchen, Marl und Herten anonym befragt. Die Daten der Hellfeldstudie stammen aus den ermittelten Tatverdächtigen der drei Städte und damit aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Alle Daten wurden mit ähnlichen Studien aus den Jahren 2013 beziehungsweise 2015 in Beziehung gesetzt.

Doch woher kommen die in den Medien genannten extremen Anstiege? Sie basieren auf den Ergebnissen der Hellfeldstudie – und auf relativ wenigen Fällen: Demnach gab es 2013 bei 11- bis 13-jährigen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund lediglich vier Tatverdächtige für Gewaltdelikte, 2024 jedoch 97. In Bezug auf alle untersuchten Straftaten erhöhte sich die Zahl in dieser Gruppe von 32 auf 233, was den massiven prozentualen Anstieg erklärt.

Demografische Basis hat sich geändert

Der Bezug auf die absoluten Verdächtigenzahlen blendet jedoch entscheidende Faktoren aus: So stiegen im Beobachtungszeitraum der Anteil im Ausland geborener Kinder stark an. Daher müssten diese Zahlen vor dem Kontext der Bevölkerungsentwicklung interpretiert werden, mahnen die Forscher. Diese Daten lägen jedoch nicht vollständig vor.

So heißt es auch in der Studie:

In den vergangenen zehn Jahren hat die ethnische Vielfalt in Nordrhein-Westfalen deutlich zugenommen. Der Anteil nichtdeutscher sowie insbesondere im Ausland geborener Kinder und Jugendlicher ist deutlich gestiegen. Nicht-deutsche Kinder und Jugendliche treten im Hellfeld häufiger delinquent in Erscheinung, jedoch sind die Zuwächse bei deutschen und nichtdeutschen Schülerinnen und Schülern insgesamt ähnlich.

Zudem sagen die Zahlen nichts darüber aus, ob die Tatverdächtigen nicht nur beschuldigt, sondern auch überführt oder verurteilt wurden. Von der Polizeilichen Kriminalstatistik sei zudem bekannt, dass sie Verzerrungen unterliegt, etwa da das Risiko angezeigt oder polizeilich erfasst zu werden für verschiedene Bevölkerungsgruppen unterschiedlich hoch sei, erklärt Clemens Kroneberg, Professor für Soziologie an der Universität Köln und Leiter der Dunkelfeldstudie, gegenüber dem ARD-faktenfinder.

In Relation gesetzte Zahlen ergeben anderes Bild

Für die Hellfeldstudie wurden jedoch nicht nur die absoluten Fallzahlen ermittelt, sondern auch die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ). Sie bezeichnet die Zahl der durch die Polizei ermittelten Tatverdächtigen für ein bestimmtes Jahr pro 100.000 Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteiles, setzt sie also in ein demografisches Verhältnis. Dabei ergibt sich ein anderes Bild: Zwar zeigt sich hier im Jahrgang 7 ein massiver Anstieg der Gewaltkriminalität: Der fällt aber bei den deutschen Kindern mit 107,2 Prozent deutlich höher aus als bei den Nichtdeutschen mit 41,8 Prozent.

Im Jahrgang 9 ist dieser Unterschied noch deutlicher. Hier stieg die TVBZ für Gewaltdelikte bei den deutschen Kindern um 12,1 Prozent, während sie bei den nicht in Deutschland geborenen Kindern um 6,6 Prozent fiel.

Ähnliche Ergebnisse in Dunkelfeldstudie

Dieses Ergebnis wurde auch durch die Dunkelfeldstudie „Zur Entwicklung der Kinder- und Jugenddelinquenz in Nordrhein-Westfalen: Abschlussbericht zum Teilprojekt ‚Dunkelfeld'“ bestätigt, die auf den Eigenaussagen der Schülerinnen und Schüler basiert. Die Forscher ermittelten hier die Prävalenz – in diesem Fall ist das der Anteil der Kinder, die in der Befragung zugegeben haben, innerhalb des definierten Zwölf-Monats-Zeitraums ein Delikt begangen zu haben.

Aufgrund der anderen Methodik und Datenbasis lassen sich die Ergebnisse nur bedingt mit der Hellfeldstudie vergleichen. Trotzdem finden sich hier ähnliche Trends: In der Jahrgangsstufe 7 stieg die Prävalenz für Gewaltdelikte bei den in Deutschland geborenen Kindern von 18,8 auf 27,4 Prozent, während er bei den nicht in Deutschland geborenen Kindern von 35,3 auf 27,3 Prozent fiel.

Im Jahrgang 9 zeigt sich ein ähnlicher Trend: Hier ging die Prävalenz für Gewaltdelikte bei den nicht in Deutschland geborenen Kindern von 27,2 auf 22,3 Prozent zurück, während sie bei den in Deutschland geborenen Kindern von 16,9 auf 22,4 Prozent anstieg. Die Werte näherten sich in beiden Altersgruppen also an.

Studienleiter weist Politikerforderungen zurück

Daher betont Studienleiter Kroneberg: „Die meisten Jugendlichen verhalten sich auch heute gesetzeskonform und die allermeisten lehnen Gewalt ab. Auch bieten unsere Ergebnisse keine Grundlage für eine Engführung des Themas auf Migrationsfragen“, erklärte er gegenüber dem ARD-faktenfinder.

Die Ergebnisse der Studie böten auch keine Grundlage für den Ruf nach stark repressiven Maßnahmen wie einer Herabsetzung des Alters der Strafmündigkeit, so Kroneberg. „Wir haben in unserem Abschlussbericht eine Reihe von Handlungsempfehlungen gegeben, durch die sich die Präventionsarbeit stärken lässt, und von denen wir hoffen, dass sie auch medial und politisch als Ausgangspunkt für die weitere Diskussion aufgegriffen werden.“

Dem Focus sagte Kroneberg: „Der Anstieg ist eher unter Jugendlichen, die in Deutschland geboren wurden. Ob jetzt ihre Eltern eingewandert sind oder nicht, ist eine andere Frage, aber es ist sozusagen nichts, was neu zugewanderte Jugendliche verursacht hätten.“

Was unbestritten ist: Die Studie zeigt, dass der Anteil der Straftäter unter den untersuchten Jugendlichen mit nicht-deutschem Hintergrund höher ist als bei den Deutschen. Allerdings gibt es nicht den unterstellten massiven Anstieg der Quote – vielmehr geht im langfristigen Trend der Anteil der kriminellen Jugendlichen bei den Nichtdeutschen in den meisten Deliktfeldern zurück.

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