Hochhausbrand in Hongkong Zahl der Toten steigt auf mehr als 80
Stand: 27.11.2025 20:57 Uhr
Nach dem verheerenden Brand in einem Hochhauskomplex in Hongkong ist die Zahl der Toten auf mehr als 80 gestiegen. Die Feuerwehr hat den Brand in den sieben Gebäuden inzwischen gelöscht oder unter Kontrolle.
Einen Tag nach dem Ausbruch des Brands in einem Hochhauskomplex in Hongkong ist die Zahl der Opfer laut Behörden auf 83 gestiegen. Viele Menschen werden noch vermisst. Die Behörden rechnen nach eigenen Angaben damit, den am Mittwoch ausgebrochenen Brand in den sieben betroffenen Hochhäusern in Kürze vollständig gelöscht zu haben.
Zur Zahl der Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben. Laut einem Sprecher der Hongkonger Verwaltung wurden 58 Verletzte in Krankenhäusern behandelt, zwölf von ihnen schwebten demnach in Lebensgefahr. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bislang mehr als 70 Verletzte gezählt, unter ihnen elf Löschkräfte. Etwa 900 Menschen seien über Nacht in Notunterkünften untergebracht worden.
Drei Festnahmen bei einer Baufirma
Es handelt sich um die schlimmste Brandkatastrophe in Hongkong seit 1948. Hongkongs Regierungschef John Lee kündigte einen Hilfsfonds von 300 Millionen Hongkong-Dollar (33 Millionen Euro) an.
Die Polizei nahm derweil drei führende Mitarbeiter einer Baufirma wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung fest. „Wir haben Grund zu der Annahme, dass die verantwortlichen Personen der Firma grob fahrlässig gehandelt haben, was zu diesem Unfall führte und eine unkontrollierte Ausbreitung des Feuers verursachte“, sagte eine Polizeisprecherin. Bei einer Razzia in den Büroräumen der Firma Prestige Construction beschlagnahmten die Behörden demnach Ausschreibungsunterlagen, Computer und Mobiltelefone.
Übergang zu Metallgerüsten gefordert
Das Feuer brach an einem Baugerüst aus Bambus vor einem 32 Stockwerke hohen Gebäude aus und breitete sich dann auf die anderen Gebäude aus. Dazu trug vermutlich auch der Wind bei. Die Wohnanlage aus den 1980er-Jahren besteht aus acht Gebäuden mit fast 2.000 Wohnungen für etwa 4.800 Bewohnerinnen und Bewohner, unter ihnen viele ältere Menschen. Zuletzt hatte es an der Anlage große Renovierungsarbeiten gegeben.
Die Hongkonger Antikorruptionsbehörde teilte mit, sie gehe dem Verdacht von Korruption im Zusammenhang mit dem Renovierungsprojekt nach. Bambusgerüste sind in Hongkong bei Bau- und Sanierungsprojekten weit verbreitet. Regierungschef Lee kündigte an, dies auf den Prüfstand zu stellen.
Eric Chan, der stellvertretende Leiter der Hongkonger Verwaltung, forderte einen „verpflichtenden“ Übergang von Bambus- zu Metallgerüsten in der gesamten chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Verwaltung werde hierbei mit der örtlichen Bauindustrie zusammenarbeiten.








