Bundeskongress der Jusos Kaum Applaus für Bas, viel Kritik an Schwarz-Rot
Stand: 29.11.2025 17:47 Uhr
Beim Juso-Bundeskongress hagelt es scharfe Kritik an der schwarz-roten Koalition – vor allem wegen der geplanten Bürgergeld-Reform. Arbeitsministerin Bas verteidigt den Kurs und sieht sich selbst mitten im Sturm.
Am zweiten Tag ihres Bundeskongresses sind die Jusos auf Distanz zur schwarz-roten Koalition gegangen. Für die geplante Bürgergeld-Verschärfung wurde Arbeitsministerin Bärbel Bas vom SPD-Nachwuchs heftig kritisiert. „Dieser Entwurf aus deinem Haus, der ist Bullshit“, sagte die Chefin des größten Juso-Landesverbands in NRW, Nina Gaedike, in Richtung der anwesenden Ministerin. Sie spielte damit auf eine frühere Aussage von Bas an: Sie hatte die Debatte darüber, ob sich Deutschland seinen Sozialstaat noch leisten könne, selbst als „Bullshit“ bezeichnet.
Wenig Applaus für Bas
Bas warb um Verständnis. Die Union habe Geldleistungen kürzen und Leute sofort in Arbeit zwingen wollen – egal, ob sie krank oder gesund seien. „Und das haben wir verhindert, und das war ein harter Kampf“, sagte Bas. „Ich bin diejenige, die gerade voll im Feuer steht.“ Es sei richtig, dass die SPD beim Thema Sozialstaat in die Offensive müsse. „Aber eins muss ich ja auch sagen: Ich stecke in einer Koalition.“
Bas‘ habe nur wenig Applaus bekommen, berichtete ARD-Korrespondent Tim Kukral. „Das war sicher hier für sie kein Heimspiel – ganz im Gegenteil.“ Zugleich habe es Respekt dafür gegeben, dass Bas sich der Kritik stellte. Umso deutlicher fiel die Schelte für den SPD-Co-Vorsitzenden und Vizekanzler Lars Klingbeil aus, der dem Bundeskongress ferngeblieben war. Insgesamt hätten sich die Jusos am Samstag kräftig an der schwarz-roten Regierung abgearbeitet, so Kukral.
Jusos gehen Schwarz-Rot hart an
Der am Vorabend erneut gewählte Juso-Chef Philipp Türmer bezeichnete die Koalition als „Gefängnis für unsere eigenen Ideen“. Die Koalitionsdisziplin werde zur bleiernen Decke – und außer der SPD halte sich ohnehin niemand mehr daran. Stattdessen lasse sich die Partei immer wieder in die Defensive treiben und mache mit, wenn die Union gesellschaftliche Konflikte auf dem Rücken der Schwächsten austragen wolle.
Lob für Bas nur in einem Punkt
Einige positive Worte gab es dennoch – etwa für Bas’ Haltung in der Rentenpolitik. Es sei gut, dass sie gegen den Druck aus der Union standhaft geblieben sei. Türmer betonte, die jungen Unionspolitiker sprächen nicht für ihre Generation, sondern führten die Debatte „aus der Perspektive von Trustfund-Babys, die Bomberjacken tragen“. Junge Menschen machten sich vor allem Sorgen, dass ihre Rente im Alter nicht zum Leben reichen werde.










