Mehrere Bundesländer Razzien wegen Hunderter Bombendrohungen
Stand: 25.11.2025 11:48 Uhr
Nach Bombendrohungen gegen Schulen und Einkaufzentren gab es in mehreren Bundesländern Durchsuchungen der Polizei. Ermittelt wird gegen vier Tatverdächtige – zwei davon sind noch minderjährig. Das Motiv war offenbar öffentliche Aufmerksamkeit.
Nach hunderten Bombendrohungen bundesweit ist das Bundeskriminalamt mit einer Razzia gegen Mitglieder der mutmaßlich dafür verantwortlichen Gruppe vorgegangen. Es gab Durchsuchungen bei vier teilweise noch minderjährigen Beschuldigten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen sowie einem jugendlichen Zeugen in Sachsen-Anhalt, wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte.
Bei den Durchsuchungen seien Beweismittel wie elektronische Geräte und Speichermedien beschlagnahmt worden. Von Festnahmen war nicht die Rede. Die Verdächtigen sollen E-Mails mit vorgetäuschten Drohungen etwa an Schulen und Bahnhöfe geschickt haben. Sie hätten „als Teil einer überregional agierenden Tätergruppierung“ agiert, hieß es, und sich nur virtuell zusammengeschlossen, in einer Messenger-Gruppe mit dem Namen „Schweinetreff“.
Mehrere Zwischenfälle auch in Österreich
Nach Angaben des Bundeskriminalamts lösten die E-Mails „in hunderten Fällen“ teils großangelegte Polizeieinsätze und Evakuierungen aus. Im Jahr 2024 waren demnach unter anderem Einkaufszentren in Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen sowie Bahnhöfe, ein Gebäude des Mitteldeutschen Rundfunks in Magdeburg sowie Schulen und öffentliche Einrichtungen betroffen.
Weitere vergleichbare Taten betrafen Österreich. Auch dort seien mehrere großangelegte Polizeieinsätze und Evakuierungen ausgelöst worden. Die Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden hätte letztendlich zur Identifizierung der mutmaßlichen Täter geführt, so das Bundeskriminalamt.
Verdächtige hätten Aufmerksamkeit erregen wollen
Ziel der mutmaßlichen Täter soll es gewesen sein, den „öffentlichen Frieden unter Androhung von Straftaten“ zu stören, so die Behörde. Sie hätten „größtmögliche Einsatzlagen“ auslösen und „größtmögliche Verunsicherung in der Bevölkerung“ erzeugen wollen, um sich an der dadurch ausgelösten Reaktion der Sicherheitsbehörden sowie der damit verbundenen Aufmerksamkeit zu erfreuen, hieß es weiter.
Mutmaßlich um die Drohwirkung zu verstärken, hätten E-Mails häufig einen „islamistischen Bezug“ gehabt. Eine „religiös motivierte Tatmotivation“ habe sich bei den Ermittlungen aber nicht nachweisen lassen. Alle Drohungen seien zudem falsch gewesen.










