Stand: 25.11.2025 11:13 Uhr
Der Bundeshaushalt 2026 nimmt im Bundestag diese Woche eine weitere Hürde. Es ist ein Haushalt, mit dem sich Deutschland enorme Schulden ans Bein bindet – und damit eine große Zinslast. Was heißt das für künftige Generationen?
Es ist eine nur schwer vorstellbare Summe: 180 Milliarden Euro will der Bund im kommenden Jahr an neuen Schulden aufnehmen. Damit wäre dann jeder dritte Euro, den der Bund ausgibt, auf Pump finanziert.
Wenn es nach Finanzminister Lars Klingbeil geht, soll damit sehr vieles sehr viel besser werden in Deutschland. „Wir investieren in die Stärke unseres Landes, in die wirtschaftliche Stärke, in die Wettbewerbsfähigkeit, in gute und sichere Arbeitsplätze und in Gerechtigkeit“, so der SPD-Politiker bei einer Rede im Bundestag.
Die junge Generation könnte auch profitieren
Doch wie gerecht ist das Schuldenpaket wirklich, vor allem für nachfolgende Generationen? Fragt man Studenten in Berlin, blicken die mit gemischten Gefühlen auf die neuen Schulden: „Ich habe das Gefühl, dass Politik vor allem für ältere Leute gemacht wird“, sagt der 20-jährige Benjamin Birnbaum.
Jörn Hansen, 23, sorgt sich ebenfalls: „Natürlich ist immer die Frage, ob es dann später vielleicht auf uns liegen bleibt.“ Die Sparpolitik der Jahre davor sei aber auch nicht richtig gewesen.
Der 30-jährige Andres Alvarez kritisiert vor allem, wofür die Schulden aufgenommen werden. Er befürchtet: „Das Geld für die Infrastruktur fließe nicht nur in zivile Infrastruktur, sondern auch in Aufrüstung.“ Wie diese Schulden dann am Ende bezahlt werden sollen, mache ihm Sorgen.
Machen Boomer gerade Politik auf Kosten der nachfolgenden Generationen? Nicht per se, sagt der Chef des Münchner Ifo-Instituts, der Ökonom Clemens Fuest: „Die junge Generation kann sogar profitieren, wenn das Geld aus der Schuldenaufnahme intelligent eingesetzt wird und wirklich in Investitionen fließt.“ Der Ertrag aus den Investitionen müsse nur höher sein als die Zinsen, die der Staat zahlen muss.
Verdoppelte Zinslast bis 2029
Und die sind hoch: Schon jetzt zahlt der Bund im Jahr 34 Milliarden Zinsen. Bis 2029 könnte sich diese Summe fast verdoppeln, auf 66,5 Milliarden Euro. Geld, das in Zukunft eben nicht mehr für Investitionen bereitsteht.
Das heißt: Die Investitionen müssen dafür sorgen, dass die Wirtschaft in Schwung kommt und so die Steuereinnahmen nach oben getrieben werden – und zwar massiv.
Darauf hofft auch Finanzminister Klingbeil. „Wir werden in der Bundesregierung alles dafür tun, dass unsere Wirtschaft endlich wieder ans Laufen kommt.“
Dass die Bundesregierung alles dafür tut, was sie tun könnte – daran zweifeln Ökonomen wie Clemens Fuest vom Ifo-Institut momentan. Sie sagen, die Bundesregierung setze das Geld falsch ein: „Derzeit sagen Schätzungen, dass etwa die Hälfte des Geldes zweckentfremdet wird, also in Konsum fließt. Und das ist eine schlechte Nachricht.“ Mit Konsum sind zum Beispiel Sozialausgaben gemeint, Zuschüsse ins Gesundheitssystem oder in die Rente.
Rentenpaket stoppen?
Einige Ökonomen raten, das geplante Rentenpaket zu stoppen. Ein Paket, das auch die Junge Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag so nicht haben möchte – und generell auf mehr Generationengerechtigkeit pocht.
„Für uns ist klar: Wir müssen auch die Lasten zwischen den Generationen wieder fairer verteilen, damit nicht immer alles zu Lasten der jungen Generation geht“, sagt der Vorsitzender der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, Pascal Reddig.
Ob die junge Generation vom Schuldenberg noch profitieren wird oder hauptsächlich draufzahlt – noch ist das längst nicht entschieden. Ganz im Gegensatz zum Haushalt für das kommende Jahr. Der wird Ende der Woche vom Bundestag beschlossen.










